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DIE GESCHICHTE
AUSFLUG IN DIE GESCHICHTE.
Wenn wir in Bibione zwischen Geschäften und modernen Bauten entlangbummeln, können wir uns nur schwer vorstellen, daß sich hier eine jahrhundertalte Geschichte verbirgt. Die Anfänge Bibiones als Tourismuszentrum begannen in den 50er Jahren;
seine Geschichte aber liegt viele, viele Jahre weiter zurück.
Bis heute basieren unsere Vermutungen nur auf wenigen Funden, alles ist noch zu beweisen was antike Landschaftsbilder, Bevölkerung und Lebensart angeht: das Bibione von Heute ist nur eine blasse Erinnerung, wenn wir an jenes Land denken,
das von prähistorischen Tieren bewohnt und vom Meer bishin zu den Alpen überflutet war.
Später als der Meeresspiegel der Adria wieder sank, finden wir hier die ersten Ansiedlungen von Menschen, die in notdürftigen Unterschlüpfen hausten und als Jäger und Fischer überlebten.
Fünftausend Jahre v. C. wurde mit dem Bau von Dörfern, Ackerbau und Viehzucht begonnen: Steine, Keramik und Fossilien sind die wenigen Spuren dieser weit zurückliegenden und faszinierenden Zeit.
Verfolgen wir die Etappen der Geschichte weiter bishin zu 1000 v.C., als in diesem Landstrich ein sagenumwobenes Volk voller Mysterien eintraf: die Veneter, ein hochkultiviertes Volk, das den Inschriften zufolge die venetische Sprache etruskischen Ursprungs benutzte, die nur in diesem Landstrich bekannt war.
Sie lebten ungestört in der Lagune bis sie sich mit einem anderen Volksstamm keltischen Ursprungs vermischten, den Karnern, die im Osten angesiedelt waren. Die Zuwanderung war so intensiv, daß das Gebiet "Carnorum Regio" genannt wurde, d.h. Land der Karner.
DIE ROEMISCHE EPOCHE: GREIFBARE ZEUGNISSE.
Die wahre Geschichte Bibiones beginnt mit der Anwesenheit der Römer während der Kaiserepoche:
diese besiedelten "Venetia" und Friaul und gründeten 181 v.C. Aquileia, im Jahre 148 v.C begannen sie mit dem Bau des Strassennetzes.
Der Ortsname von Bibione hat Studien zufolge seinen Ursprung im Lateinischen oder Römischen:
die glaubhafteste Vermutung ist die, daß sich zu jener Zeit eine Gruppe von Inseln "Bibiones" in der damaligen Flussmündung des Tagliamentos befand, genauer gesagt im heutigen Hafen von Baseleghe.
Diese faszinierende Idee beruht auf archeologischen Ausgrabungen in Bibione Pineta in der sogenannten Zone "Duna Mutteron dei Frati", in Val Grande gelegen.
Die ersten Ausgrabungen fanden 1883 statt und brachten antike, römische Konstruktionen ans Licht:
Bauten aus Stein, Mosaikfußböden, ausserdem wurden Gegenstände aus dem alltäglichen Leben gefunden, wie bunte Gläser, Keramikgefässe und Reste von Amphoren.
Der interessanteste Fund sind zwei Kupfermünzen auf denen die Kaiser Giuliano und Flavio Vittore zu sehen sind.
Damit wird eine ungefähre Datierung dieses Baues erlaubt: er stammt aus einer späteren Zeit und wurde bis zur zweiten Hälfte des IV. Jahrhunderts n. C. bewohnt.
Weitere Ausgrabungen, 1932 von Prof. Gellio Cassi (Vater der Theorie der äInseln Bibiones") durchgeführt, brachten andere Grundmauern von Bauten sowie Gegenstände der römischen Kaiserzeit ans Licht.
GESCHICHTE DER NEUZEIT.
Ungefähr im Jahre 1000 kam Bibione unter die Gerichtshoheit der Bischhöfe Concordia, wie aus einer Urkunde des deutschen Kaisers Otto III aus ddem Jahre 996 hervorgeht.
Das heutige Landschaftsbild von Bibione, einigen Historikern zufolge, geht auf die Zeit von 1200-1300 zurück, als die antiken äInseln Bibiones" sich mit dem Festland verbanden und einen einzigen Strand bildeten.
Mit dem Entstehen der Republik Venedig (1300 -1400) kam dieses Gebiet unter die Herrschaft Venedigs, die Landstücke von der Flußmündung des Tagliamentos bishin zu dem Hafen von Baseleghe gelangten in Besitz von Costantini und später des Triestiners Antonio Caccia.
Bibione geriet jahrelang in Vergessenheit, abseits von grossen historischen Ereignissen, die die anderen Länder heimsuchten: der Landstrich war von Fischern bevölkert und durch ein Kieferndickicht mit wilden Tieren und Wildpferden charakterisiert.
Mit dem Vertrag von Campoformido im Jahre 1797 nahm Bibione an der wechselhaften Geschichte Venetiens zwischen österreichischer und französischer Besetzung teil, bis schliesslich im Jahre 1866 diese Region dem italienischen
Reich angeschlossen wurde.
Dieses Territorium befand sich noch in einem Urzustand und bedurfte langfristiger Arbeiten, um das ungesunde, von Malaria und häufigen Überschwemmungen heimgesuchte Gebiet zu genesen.
Die Urbarmachung dieses Gebietes begann Anfang des XX. Jahrhunderts dank einiger Pioniere, die diese Zone von Moor, Lagune und Kieferndickicht (von dem heute noch der Kiefernwald zeugt) fruchtbar und produktiv machen wollten.
1905 wurde der heutige Consorzio di Bonifica di San Michele al Tagliamento" (die Genossenschaft für die Urbarmachung) gegründet, die bedeutende Arbeiten in diesem Gebiet geleistet hat: Kanalisierung, Deichbauten aus Erde und Beton zum
Schutz gegen die Fluten, Bau eines öffentlichen Strassennetzes und Versorgung mit Elektrizität.
Dieses Arbeitsprogramm betraf auch Bibione, dessen Gebiet 1930 trockengelegt wurde und damit den Weg für den Tourismus, der in den 50er Jahren begann, frei machte. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es in Bibione nur Ruinen wie das von den
Nonne geführte Ferienheim und die von Dr. Mecchia verlassene Villa; aber 1952 begann der Wiederaufbau: der erste Bau war die heutige Pension Paron. Die Grundstücke wurden zunächst von verschiedenen Firmen erworben, u.a. Zerman - Pasotto aus Verona und Cesare Branchi aus Cremona. Danach folgten andere Pioniere, die 1956 ihre Ersparnisse in Bibione investierten: so entstand 1957 das erste Hotel, das "Bibione", und 1958 wurde duch die Asphaltierung der Strassen ein weiterer, wichtiger Impuls gegeben.
In den Kartenarchiven des Istituto Geografico Militare von Florenz erschien 1951 der Name Bibione, ursprünglicher Ortsname, der Gellio Cassi zuzuschreiben ist. Der Name wurde1960 mit dem Dekret des Präsidenten der Republik Italien offiziell;
gleichzeitig erhielt die Stadt auch die Bezeichnung Badeort.
Der Tourismus, der 1953 begann, hat seitdem riesige Fortschritte gemacht: 1961 wurde der Ort zum ersten Mal im Jahresbuch des Touring Club aufgeführt und 1963 wurde das erste Fremdenverkehrsbüro eingerichtet (heute Azienda di Promozione Turistica). Der Rest ist Geschichte: Bibione hat sich immer weiterentwickelt und sein
Potential mit einer unweltgerechten Politik ausgebaut und zählt somit zu einem der schönsten Badeorte Italiens.
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